Kirchenbeitrag

Fragen und Antworten zum Kirchenbeitrag

1. Warum darf die Evangelische Kirche in Österreich Kirchenbeitrag einheben?

Aufgrund des Bundesgesetzes 182 vom 6. Juli 1961, dem sogenannten Protestantengesetz, darf die Evangelische Kirche in Österreich zur Deckung Ihres finanziellen Aufwandes von ihren Mitgliedern Beiträge einheben. Die Pfarrgemeinden dürfen ihrerseits zur Deckung ihres finanziellen Aufwandes im Rahmen der Kirchenbeitragseinhebung Zuschläge (die sogenannte Gemeindeumlage) einheben. Die Regelung über die Kirchenbeitragseinhebung und die Verwendung der Kirchenbeiträge erfolgt im Rahmen der kirchlichen Gesetzgebung (Kirchenbeitrags- und Finanzausgleichsordnung).

 

2. Was geschieht mit dem Kirchenbeitrag?
Der Kirchenbeitrag wird zwischen der Pfarrgemeinde, der Superintendenz (Diözese) und der Gesamtgemeinde aufgeteilt.

Die Gesamtkirche finanziert mit dem Kirchenbeitrag

  • Gehälter der Pfarrerinnen und Pfarrer und weltlicher MitarbeiterInnen
  • Ausbildungsstätten und Bildungseinrichtungen für die Aus- und Weiterbildung kirchlicher MitarbeiterInnen
  • Erwachsenenbildungseinrichtungen wie z.B. die Evangelische Akademien
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Frauen- und Jugendarbeit
  • Unterstützung für den Religionsunterricht
  • Ökumene
  • Weltmission sowie Entwicklungszusammenarbeit
  • Hochschulseelsorge
  • das Amt für Evangelisation und Gemeindeaufbau 
  • Initiativen von Gemeinden und Diözesen

Die Superintendenz finanziert mit dem Kirchenbeitrag

  • Gehälter der MitarbeiterInnen der Superintendenz
  • diakonische Projekte der Superintendenz
  • Beiträge zur Ausbildung Ehrenamtlicher
  • Erwachsenenbildungseinrichtungen
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Frauen- und Jugendarbeit
  • Unterstützung für den Religionsunterricht
  • Pflege und Erhaltung von Gebäuden

Die Pfarrgemeinde finanziert mit dem Kirchenbeitrag

  • Gehälter der MitarbeiterInnen der Pfarrgemeinde
  • diakonische Projekte innerhalb der Pfarrgemeinde
  • Beiträge zur Ausbildung Ehrenamtlicher
  • Gemeindearbeit (Familien, Jugend, Kinder, Frauen etc.)
  • Unterstützung für den Religionsunterricht
  • Sachaufwände ehrenamtlicher MitarbeiterInnen
  • Pflege und Erhaltung von Gebäuden (Kirche, Gemeindezentrum)

 

3. Wer hat die Verpflichtung Kirchenbeitrag zu leisten, wer ist kirchenbeitragspflichtig?
Kirchenbeitragspflichtig ist jede(r) evangelische ChristIn mit Wohnsitz oder Hauptwohnsitz in Österreich ohne Rücksicht auf die Staatsangehörigkeit ab jenem Jahr in dem sie/er das 20. Lebensjahr vollendet.

 

4. Wer ist von der Verpflichtung Kirchenbeitrag zu leisten ausgenommen?
Nicht kirchenbeitragspflichtig sind SchülerInnen, Lehrlinge, StudentInnen sowie Präsenz- und ZivildienerInnen. Wenn in einer Ehe beide Ehepartner der evangelischen Kirche angehören, ist jene Person nicht kirchenbeitragspflichtig, die ausschließlich im Haushalt tätig ist.

 

5. Wie wird der Kirchenbeitrag berechnet?
Beitragsgrundlage  zur  Ermittlung  des  Kirchenbeitrages  ist  das  Einkommen  des  dem  Kirchenbeitragsjahr vorangegangen  Jahres,  hilfsweise  der  nach  bürgerlichem  Recht  zustehende  Unterhaltsanspruch  und/oder  der Lebensaufwand   des   vorangegangen   Jahres,   oder   wenn   eine/ein   Beitragspflichtige/r   erstmalig   oder   nach Unterbrechung veranlagt wird, das im Beitragsjahr erzielte Einkommen.
Jede/Jeder  Kirchenbeitragspflichtige  hat  alle  für  die  Ermittlung  der  Beitragsgrundlage  wesentlichen  Tatsachen bekannt   zu   geben   und   erforderlichenfalls   auch   nachzuweisen.   Kommt   die/der   Beitragspflichtige   dieser Verpflichtung  nicht  nach,  erfolgt  die  Vorschreibung  aufgrund  einer  Beitragsgrundlage  welche  mittels  Schätzung oder Daten der Statistik Austria zum statistischen Einkommen ermittelt wird.
Jede/Jeder  Kirchenbeitragspflichtige  hat  das  Recht,  durch  Vorlage  zweifelsfreier  Veranlagungsunterlagen  eine zuletzt erfolgte Einschätzung außer Kraft zu setzen.

Kirchenbeitrag
Der Kirchenbeitrag beträgt 1,2% der ermittelten Beitragsgrundlage vermindert um den allgemeinen Absetzbetrag von € 44,-- zuzüglich der (Pfarr)Gemeindeumlage der jeweiligen Wohnsitzgemeinde. Für  Einkommen  wie  Abfertigung,  einkommenssteuerrechtlich  begünstigte  Veräußerungs- und  Aufgabengewinne und Gewinne aus Veräußerung von Geschäftsanteilen kommt ein reduzierter Kirchenbeitragssatz von 0,6% zum Tragen.
Tritt  nach  Erreichung  der  Selbsterhaltungsfähigkeit  erstmals  die  Kirchenbeitragspflicht  ein,  wird  die  ermittelte Beitragsgrundlage im ersten Jahr der Kirchenbeitragspflicht um 30%, im zweiten Jahr um 20% und im dritten Jahr um 10% reduziert.

Ist  nur  ein/eine  Partner  (Ehepartner,  eingetragene  Partnerschaft)  Angehöriger  der  Evangelischen  Kirche  gilt folgendes:
Beziehen beide PartnerInnen Einkünfte, entrichtet die/der evangelische PartnerIn den Beitrag nach Ihrem/seinem Einkommen/Lebensaufwand.
Ist  die/der  evangelische  PartnerIn  ohne  oder  ohne  ausreichendes  Einkommen,  ist  die  Beitragsgrundlage  der ihr/ihm  gegenüber  dem  anderen  Ehepartner  zustehende  Unterhaltsanspruch  (in  der  Regel  ein  Drittel  des Einkommens des nichtevangelischen Ehepartners), vermehrt um das nichtausreichende Einkommen bzw. ihr/sein Lebensaufwand. (Dabei ändert sich die Berechnungsformel, indem nur € 22,-- abzuziehen sind).

Kinderermäßigung:
Für  jedes  Kind,  für  das  der/dem  Beitragspflichtigen  Familienbeihilfe  zusteht,  wird  der Kirchenbeitrag um € 22,-- ermäßigt.
Für  AlleinverdienerInnen,  die  Anspruch  auf  den  steuerlichen  Alleinverdienerabsetzbetrag  haben,  wird  der Kirchenbeitrag um € 15,-- herabgesetzt.

Eine weitere Ermäßigung des Kirchenbeitrages ist bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen möglich. Dafür sind Einkommen  und  Sonderausgaben  nachzuweisen.  Sämtliche  Zahlungen  werden  auf  die  jeweils  älteste  fällige Beitragsschuld angerechnet.

Wenn   Sie   Ihren   Kirchenbeitrag   in   Teilzahlungen   begleichen   möchten,   wenden   Sie   sich   bitte   an   Ihre Kirchenbeitragsstelle (Tel.-Nr. 0662 /  87  44  45 24, FAX  87  44  45  62 4, E-Mail  kirchenbeitrag@christuskirche.at, jeweils montags – freitags von 8.00 bis 12.00 Uhr, Frau Eva Kreuzpointner), die Ihnen auch für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung steht.

Sie finden unter http://www.gerecht.at  weitere Informationen  zum Kirchenbeitrag und die  Möglichkeit, mittels des Kirchenbeitragsrechners Ihren Kirchenbeitrag selbst auszurechnen.

Rechtsmittelbelehrung:
Gegen  den  Kirchenbeitragsbescheid  kann  innerhalb  von  vier  Wochen  nach  Zustellung  schriftlich  oder mündlich   bei   der   zuständigen   Kirchenbeitragsstelle   berufen   werden.   Der   Berufung   kommt   keine aufschiebende Wirkung zu. Die Berufung ist zu begründen.